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über 20 Jahre verheiratet mit einem Asexuellen?

 
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Schwertleite




Alter: 50
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 19.03.2018
Beiträge: 12
Wohnort: Deutschland
BeitragVerfasst am: Mo März 19, 2018 15:24    Titel: über 20 Jahre verheiratet mit einem Asexuellen? Antworten mit Zitat

Liebe Community,

ich habe mich heute in diesem Forum angemeldet, weil ich mir seit einiger Zeit eine Klärung wünsche, ob ich mit einem Asexuellen verheiratet bin. Natürlich nicht von euch, sondern im Dialog mit meinem Mann.
Ich habe meinen Mann mit Mitte 20 kennen gelernt und bin jetzt 50. Wir haben zwei gemeinsame jugendliche Kinder. Unsere Ehe funktioniert gut. Ich bin ein sehr aktiver und kommunikationsfreudiger Mensch, mein Mann ist eher introvertiert und distanziert.
Als ich ihn kennen lernte, freute ich mich am meisten darüber, dass er mich so genommen hat, wie ich bin und nicht ständig an mir herum erziehen wollte. Wir hatten wunderbare Jahre bevor wir die Kinder bekamen. Jedoch muss ich zugeben, dass ich vor unserer Beziehung sexuell sehr aktiv war und die Beziehung mit meinem Mann schon immer sexuell weniger aktiv gewesen ist. Nach der Zeugung unseres zweiten Kindes hat mein Mann den Sex eingestellt. Ich habe also seit 14 Jahren keinen Sex mehr, sondern befriedige mich selbst.
Ich habe ihn immer mal wieder danach gefragt. Aber wie das so ist, mit Kindern tritt der Sex bei den meisten zunächst erst einmal in den Hintergrund und ich habe mir damals noch keine ernsthaften Sorgen darüber gemacht. Auch ist es mir über viele Jahre gar nicht aufgefallen, dass ich nie eine Antwort von meinem Mann erhalten habe. Ich habe einfach geduldig gewartet. Erst jetzt, nach so vielen Ehejahren und der Abnabelung unserer Kinder habe ich gemerkt, wie schmerzhaft ich ein erfülltes Sexualleben vermisse. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass überhaupt so viele Jahre vergangen sind.
Vor einigen Monaten habe ich meinen Mann direkt auf diese Situation angesprochen. Seitdem erhalte ich nach wie vor keine Antwort. Allerdings merkt er, dass ich mich verändere. Eine zaghafte Nachfrage, ob eine offene Beziehung für ihn denkbar wäre (in der Annahme, er hat meine lästige Nachfragerei dann vom Hals), hat er zunächst gar nicht beantwortet und einige Wochen später erklärt, dass er eine solche Beziehung nicht gut finden würde und vermutlich auch etwas eifersüchtig reagieren würde.
Seitdem ist nach wie vor alles unausgesprochen.
Ich bin ein außerordentlich aktiver Mensch, sehr sportlich, ausgesprochen schlank und einigermaßen gut aussehend, wenn ich mich selbst auch nie als überdurchschnittlich attraktiv betrachtet habe. Aber ich erhalte öfter Komplimente, auch von meinem Mann.
Ich habe (auch im Rahmen meiner Midlife-Krise) das Gefühl, dass es mir nicht mehr lange möglich ist, ein dauerhaftes Leben ohne Sex weiterzuführen. Ich möchte allerdings auch unsere Ehe nicht aufgeben, da sie sehr gut funktioniert, wir uns verstehen, uns gut unterhalten können und sie uns beiden emotionale Stabilität gibt. Es sind nicht materielle Dinge, weswegen ich nicht über eine Trennung nachdenke, sondern einfach der Umstand, dass ich meinen Mann sehr schätze und letztlich alle leiden würden.
Ich hoffe hier auf einen Austausch und auf Anregungen, wie andere ihre langjährige Ehe zwischen einem sexuellen und einem asexuellen Partner aufrecht erhalten haben.
Viele liebe Grüße und danke schon mal
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Sandkastenzorro




Alter: 37
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 2822
Wohnort: Politzania
BeitragVerfasst am: Mo März 19, 2018 16:17    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, du kennst die Optionen.

A) Sexueller verzichtet auf Sex dem Asexuellen zuliebe
B) Asexueller hat Sex dem Sexuellen zuliebe
C) Ausserhäuslicher Sex (mit oder ohne Einverständnis des Gegenübers - wobei die Wahl, was davon gewählt wird, ebenfalls den Zustand der Ehe widerspiegelt und wenn ohne Einverständnis, dann wäre sowieso besser:)
D) Trennung

Da du A lange genug mitgemacht hast, B und C für ihn nicht in Frage kommen, bleibt ja nur noch D.

Das kannste ihm nochmal genau so unverblümt sagen und dann schauen, ob und wie er reagiert.
_________________
Wer in die Toilette taucht, der auch alte Socken raucht!
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Schwertleite




Alter: 50
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 19.03.2018
Beiträge: 12
Wohnort: Deutschland
BeitragVerfasst am: Mo März 19, 2018 16:45    Titel: Trennung ist doch keine Lösung Antworten mit Zitat

Eine Ehe ist mehr als Sex. Ja, wir lieben uns, eben auf unsere eigene Weise. Wie küssen uns, schmusen aber nicht. Wir mögen uns. Wir reden über Vieles, nur nicht über Emotionales. Er kann das einfach nicht. Und ich verstehe das.

Trennung: jahrelanges Leiden für alle, die Kinder, ihn, mich

Ich hocke dann also als Single in einer Wohnung, gehe arbeiten, zum Sport, ins Theater, zu Freundinnen, überlege, mich bei Elitepartner anzumelden, obwohl ich weiß, dass das nicht bei mir funktioniert, schaue also draußen nach netten Männern, die ? ja, was eigentlich ? kommunikativ, gefühlsbetont, gebildet, gepflegt, ehrlich, vertrauenswürdig, lustig... sind. Die wachsen ja auch scharenweise auf den Bäumen...

Ich bin keine 30 mehr und habe genügend abschreckende Beispiele gesehen. Oder ja, ich bin ein Sicherheitsmensch. Eigentlich bin ich beides, Risiko und Sicherheit.

Das Thema der offenen Beziehung ist ja nicht vom Tisch. Ich lasse zwischen jedem neuerlichen Gespräch mit meinem Mann nur immer ein paar Wochen vergehen. Er wünscht sich Geduld und ich gebe sie ihm. Nur nicht mehr noch mal 14 Jahre und auch keine 2
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Sandkastenzorro




Alter: 37
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 2822
Wohnort: Politzania
BeitragVerfasst am: Mo März 19, 2018 17:35    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, du hast gefragt, ich habe dir geantwortet.
Du willst nicht mehr auf Sex verzichten müssen, er will aber keinen geben. Das ist es, weshalb du hier bist - das ist es, was du als Problem schilderst. Und genau deshalb reduziert sich das alles auf die von mir genannten Optionen. Das, was du da anführst, sind Gründe, die Ehe aufrecht zu erhalten, ja, ja und nochmals ja. Nur ändert das ja trotzdem nix am Problem, welches wieder nur durch die oben genannten Optionen "gelöst" werden kann. Du schickerst da jetzt durch Sicherheit, Alter, Risiko, alternative Lebenskonzepte und willst damit Gründe finden, warum diese und jene Option nicht in Frage kommt - das kümmert den Sachverhalt nur leider nicht die Bohne, denn der reduziert sich immer wieder auf das Kernproblem und ohne eine dieser Optionen bleibt das Problem bestehen - da kannst du dran drehen und wenden, wie du willst.

Im Grunde sagt dein Posting nur folgendes: "Wasch mich, aber mach mich nicht nass".

Du hast Geduld - und dann?
Erwartest du, dass sich das Problem von alleine löst?
Erwartest du, dass die Geduld deinem Partner die Lust wiederbringt?
Erwartest du, dass die Lust in der Zeit bei dir abstirbt?
Du willst keine weiteren 14 Jahre mehr warten - wenn du aber in der von dir gesetzten Zeitspanne keine "Erklärung" bekommst, oder jene Erklärung zu deinem Missfallen ausfällt - was dann? Wird eine der Optionen, die dann zweifelsfrei immer noch da sind, dann wahrscheinlicher?

Es bleibt immer genau darauf hängen: Du verzichtest weiterhin auf Sex, er macht gegen seinen Willen deinetwegen Sex mit, oder du betrügst ihn oder trennst dich. Das sind die Optionen jetzt und das sind die Optionen, wenn die von dir bereitgestellte Geduldszeit abgelaufen ist. Denn auch mit Geduldszeit ändert sich daran null und nichts.
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Schwertleite




Alter: 50
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 19.03.2018
Beiträge: 12
Wohnort: Deutschland
BeitragVerfasst am: Mo März 19, 2018 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

Schon klar. Hatte es schon beim ersten Mal begriffen. Wasch mich... Hast recht. Weiß ich schon länger. Irgendwie möchte man sich bisweilen einfach nicht so einsam fühlen und meldet sich in einem Forum an.

Ich habe eine Zweitbeziehung eigentlich schon als Lösung in Betracht gezogen. Und zwar nur dann, wenn sie sich ergibt. Kein ONS, sondern kennenlernen, reden und auf einen Zufall hoffen, einem Mann mit genau umgekehrter Situation zu begegnen. Und mit Einverständnis des Partners. Alles andere ist lügen. Ich möchte nicht lügen, damit ist einer der wichtigsten Werte bei mir verknüpft.

Bleibt also nur, meinem Mann einen Brief zu schreiben, ihn auf AVEN aufmerksam zu machen und auf Kommunikation hoffen.
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Sandkastenzorro




Alter: 37
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 2822
Wohnort: Politzania
BeitragVerfasst am: Mo März 19, 2018 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist nix falsch daran, sich in einem Forum anzumelden um mit anderen zu quarken. Das geht übrigens auch prima ausserhalb des Problems Wink

Deinen Mann auf dieses Forum aufmerksam zu machen und ihm die Ernsthaftigkeit deines Leidensdrucks nahezubringen, solltest du eh sowieso tun. Wenn er denn asexuell ist, dann kann er gerade den Leidensdruck von Sexuellen nicht verstehen und läuft gefahr, seine eigene Wertigkeit dem Sex gegenüber auf den anderen zu übertragen (wie es umgekehrt ebenfalls oft gemacht wird). Und das relativiert das ganze Thema für ihn ja drastisch. Dementsprechend musst du ihm begreiflich machen, wie WICHTIG dir das ist.

Du solltest mal mit Greywolf hier im Forum reden. Der führt afaik ne stabile Ehe mit einer Frau, die einen Sexfreund hat - und es klappt. Vielleicht solltest deinem Mann auch davon mal erzählen.
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auris





Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 28.10.2016
Beiträge: 440
BeitragVerfasst am: Di März 20, 2018 8:02    Titel: Re: Trennung ist doch keine Lösung Antworten mit Zitat

Schwertleite hat folgendes geschrieben:
Eine Ehe ist mehr als Sex.


Fraglos richtig. Die Frage, um die es nun geht, ist: ist sie weniger ohne Sex?

Sex ist nicht alles, ja. Aber er kann Teil der grundlegend wichtigen Aspekte an einer Beziehung sein. Ob er das für dich ist, musst du selbst herausfinden.
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Schwertleite




Alter: 50
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 19.03.2018
Beiträge: 12
Wohnort: Deutschland
BeitragVerfasst am: Di März 20, 2018 10:39    Titel: Re: Trennung ist doch keine Lösung Antworten mit Zitat

auris hat folgendes geschrieben:
Schwertleite hat folgendes geschrieben:
Eine Ehe ist mehr als Sex.


Fraglos richtig. Die Frage, um die es nun geht, ist: ist sie weniger ohne Sex?



Die Frage lässt sich zweifelsohne mit ja beantworten. Für mich als gefühlsbetonte und sexuell gern aktive Frau wird es immer ein sehr schmerzlicher Verlust sein. Es ist wie nicht richtig geliebt werden. Dagegen steht die Sicht, dass womöglich Asexuelle sehr wohl jemanden richtig lieben können, nur ohne Sex.
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auris





Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 28.10.2016
Beiträge: 440
BeitragVerfasst am: Di März 20, 2018 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Naja nur weil mich jemand liebt, fühle ich mich nicht unbedingt geliebt. Das ist aber auch wichtig. Und zu wissen, dass man geliebt ist und es zu fühlen ist auch nicht dasselbe.
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Verbene




Alter: 58
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.11.2013
Beiträge: 34
BeitragVerfasst am: Mi März 21, 2018 0:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

mein Mann (sexuell)und ich (asexuell), verheiratet seit 33 Jahren leben jetzt seit 3 Jahren mit einer Sexfreundin für meinen Mann.

Nach einem etwas holprigen Start, kommen wir jetzt gut damit zurecht.
Mein Mann trifft sich 2 x in der Woche mit seiner Sexfreundin und ich kann damit umgehen.
Ich bin immer mit vielen Dingen beschäftigt und kann auch mal gut alleine sein, so habe ich überhaupt kein Problem damit. Inzwischen habe ich auch wieder viel Vertrauen in unsere weitere Zukunft .

Das ist jetzt nicht "die Lösung" für alle, aber bei uns klappt es und es vielleicht einen Versuch wert.

Übrigens ist es für eine Frau viel einfacher einen Sexpartner zu finden als für einen Mann. Die meisten Frauen die mein Mann kennenlernte wollten nur einen Partner fürs Leben.

Ich kann es gut verstehen, das Du lieber in Deiner Ehe bleiben möchtest, aber Du musst Deinen Mann vielleicht mitteilen wie sehr Dir der Sex fehlt.
Ein A-Sexueller kann das einfach nicht nachvollziehen.
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