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Aromantisch oder einfach asozial/gefhühlskalt?

 
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Atheno




Alter: 30
Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.06.2017
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2017 20:31    Titel: Aromantisch oder einfach asozial/gefhühlskalt? Antworten mit Zitat

Hallo allerseits! Ich dachte ich erzähle hier mal möglichst kurz meine recht seltsame Lebensgeschichte, vielleicht habt ihr ja eine Idee, was mit mir los sein könnte.

Los ging's bei mir mit 10, damals war ich schon seit Jahren in eine Klassenkameradin verknallt, aber nur aus der Ferne, und ohne jemals wirklich mit ihr gesprochen zu haben. Irgendwann machte sie den ersten Schritt, und wir gingen dann sozusagen miteinander. Angeblich haben wir uns echt gut verstanden, aber ich hab da irgendwie kaum was gespürt. Irgendwann hab ich dann Schluss gemacht, weil ich mal das Gefühl hatte, sie schenkt anderen Jungs zu viel Aufmerksamkeit. Ich war da total eiskalt. Sie hat wortwörtlich gesagt, dass sie immer nur mich lieben wird, aber für mich hatten diese Worte überhaupt keine Bedeutung. Auch heute frage ich mich: Wofür? Warum? Ich kapier's nicht. Ich glaub ich hab ihr ziemlich weh getan.

Dann begann eine Zeit, so von 10 bis 14, da waren massenhaft Mädchen in mich verknallt. Eigentlich alle die ich kannte, wollten mit mir gehen. Ich weiß von manchen, dass die regelrecht irre auf mich waren. Da waren auch wildfremde Mädchen dabei, die mir Liebesbriefe geschrieben haben und ähnliches. Für mich kam irgendwie nie in Frage, da irgendwas draus zu machen, ich fand es nur toll, von jemandem angehimmelt zu werden.

Ich erinnere mich an eine Schulkollegin, zu der ich nur kurz mal "hallo" gesagt habe, als ich sie irgendwo sah. Sie hat mich etwa zwei Sekunden lang gesehen, aber später hab ich dann über ein paar Ecken gehört, dass sie 30 Minuten lang voller Begeisterung nur über mich geredet hat, "er ist so süß", etc.

Das führt mich auch zu einer Frage, die mich zur Zeit beschäftigt: Empfinden Frauen da irgendwie heftiger? Mir passiert sowas manchmal, dass Frauen (auch wildfremde Frauen) sich in meiner Gegenwart so benehmen, als würden sie total auf mich "fliegen", aber von mir selbst kenn ich sowas gar nicht. Ich war auch schon öfters "verknallt" aber meistens aus der Ferne; dass ich für eine Frau als Mensch etwas empfunden hätte, ist ehrlich gesagt in diesem Jahrhundert noch nicht vorgekommen. Das gleiche gilt für das Empfinden, eine wie auch immer geartete Beziehung, die diesen Namen auch verdient, mit einer Frau eingehen zu wollen. Es gibt immer irgendwas was mich wirklich, wirklich stört an jemandem.

Im Moment ist es zB so, dass eine Freundin eines Bekannten mir Avancen macht. Ich kapier nicht, warum die ihre Gefühle, die sie offenbar für mich hat, nicht einfach ignorieren kann. Ich hab noch nie so stark für jemanden empfunden, dass ich da irgendwas machen würde, geschweige denn, wenn die Situation es ja eigentlich nicht zulässt. Ich hab auch überhaupt kein Problem damit, allein zu sein. Wenn nicht immer wieder Frauen von sich aus auf mich zugegangen wären, wäre in dieser Hinsicht rein garnichts passiert in meinem Leben.

Also entweder empfinden Frauen da irgendwie allgemein heftiger als Männer, oder bei mir fehlt etwas. Ich hatte auch noch nie eine wirkliche Liebesbeziehung, und es ist mir einfach ziemlich egal. Vielleicht treffe ich ja mal eine Frau, die ich als Mensch total toll finde, aber bisher ist sowas noch nicht mal annähernd passiert, und schon garnicht so, dass ich jemanden "in meinem Leben" haben wollte.

Ich komme mir auch oft wie ein Schwein vor, wenn Frauen es bei mir "versuchen", ich aber einfach kein Interesse habe. Ich kapier nicht so recht, was die von mir wollen, und wieso. Auch den Sinn von Liebesbeziehugnen seh ich nicht so richtig.

Also: es kommt (wenn auch sehr selten) vor, dass ich aus der Ferne in eine Frau verknallt bin, aber sobald mehr daraus wird, wird's uninteressant, bzw merke ich, dass ich eigentlich gar nichts von denen will. Geliebt habe ich noch nie eine Frau, umgekehrt aber schon öfter. Was könnte das sein? Klingt das, als wäre ich aromantisch veranlagt? Ich bin offen und dankbar für Ideen, Vorschläge, etc.

Danke!
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Drakon




Alter: 19
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 18.04.2016
Beiträge: 28
Wohnort: Bayern
BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2017 20:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hey.

Klingt echt nach Aromantik.
Aber schlussendlich kannst nur du das wissen.
Du musst Dir die fragen stellen, ob du jemals mit jemandem zusammen leben möchtest oder lieber allein.

Ich bin etwas ähnlich, auch wenn nicht so viele Typen auf mich standen, wie scheinbar Frauen auf dich.
Derzeit stehen zwei auf mich und ich begreife genauso wenig warum...
Mal abgesehen davon das sie nicht mal asexuell sind, würde ich vermutlich auch nicht zu ihnen passen.

Lg
_________________
Leben und Leben lassen...
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Atheno




Alter: 30
Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.06.2017
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2017 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hi!

Zitat:
Klingt echt nach Aromantik.
Aber schlussendlich kannst nur du das wissen.
Du musst Dir die fragen stellen, ob du jemals mit jemandem zusammen leben möchtest oder lieber allein.


Ist das die entscheidende Frage? Echt schwer zu beantworten. Man weiß ja nie, wen man noch so kennen lernen wird. Das Seltsame ist, dass es bei mir schon beim Gernhaben scheitert. Also vielleicht ist es ja so eine Art soziale Aversion? Ich tu mir echt schwer damit, Leute einfach nur zu mögen. Und wenn mir jemand erzählt, dass er irgendwen echt gern hat, kann ich das einfach nicht glauben. Irgendwas geht mir immer so richtig auf die Nerven.
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Kitsune





Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.04.2017
Beiträge: 80
BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2017 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Sich aus der Ferne in jemanden zu verknallen, sehe ich nicht als aromantisch.

Atheno hat folgendes geschrieben:
Also entweder empfinden Frauen da irgendwie allgemein heftiger als Männer

Nein, dem ist nicht so.

Atheno hat folgendes geschrieben:
oder bei mir fehlt etwas.

Kann sein, muss aber nicht sein. Wenn dir nichts fehlt in dem Sinne, dass du mit deiner Situation zufrieden bist, ist doch alles gut.

Dass Leute, die sich in einen verguckt haben und Kontaktversuche starten etc., ätzend sind und merkwürdig ticken, kann ich gut nachvollziehen.
_________________
Rache beendet die Ohnmacht der Wut.
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Windsurfhippie




Alter: 46
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 1889
Wohnort: Schönberger Strand / Brasilien
BeitragVerfasst am: Di Jun 13, 2017 4:54    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht kann man das "oligoromantisch" nennen, auch wenn es den Begriff so nicht gibt, also in etwa = wenig romantisch. Vielleicht gibt es auch noch einen Begriff für oberflächliche Romantik, oder man kann es einfach in Grey-Romantik stecken.

Wenn das Verknallen praktisch nur von der Ferne stattfindet, also vom äußerlich Erkennbaren, stellst Du Dir vielleicht Eigenschaften zu der Person unbewusst vor, die diese gar nicht besitzt. Im näheren Ansehen oder falls sich die Frau für Dich interessiert, stellst Du wahrscheinlich nebenbei fest, die ist gar nicht so, wie Du es vielleicht dachtest, und das ansatzweise Interesse verschwindet. Ich lese es aber mehr so, als wäre ein Interesse nicht viel mehr vorhanden, als an sonstigen Leuten auch. Das Genervtsein, von dem Du sprichst, bezieht sich evtl. auf die Feststellung, die Frauen sind gar nicht so, bzw. nicht toll oder interessant oder irgendwas, was zum näheren Kennenlernen einen Anreiz vermitteln könnte.

Aromantik kann etwa so aussehen, als eine von vielen Varianten :
Wenn ich Interesse an Leuten kriege, dann meistens wegen ihrer Fertigkeiten, Interessenlagen oder etwas Wissenschaftlichem, das die arbeiten, studieren, oder Sportarten, sportlicher Leistung, extravagante Hobbies. Ich habe mal einzelne Leute deswegen bewundert, wie die in ihrer Beziehung mit einander umgehen oder dafür, dass sie das können, aber in Jemand verknallt oder sowas war ich nie. Ich habe das früher verwechselt, wenn ich Jemand für etwas bewunderte und bestaunte, allerdings mehr schon so, wie wenn ein Springpferd eine besondere Leistung vollbringt. Mit romantischen Empfindungen hat das an sich nichts gemein.
Ich sehe Menschen vorwiegend neutral als Artgenossen, aber weiterhin mit unverwandtem Blick. Die leben ihre Leben, ihre Partner-Geschichten, ich lebe mein Leben ohne Partnergeschichte. Ich halte keine Ausschau danach, bin nicht neugierig drauf, ob oder ob nicht irgendwer Partner*in hat. Als Nebenaspekt nehme ich diese Info irgendwann wahr. Gewöhnlich gehe ich davon aus, dass die das für sich regeln, ohne dass mein Dasein eine Bedeutung in ihren Entscheidungen einnimmt oder einnehmen muss. Geht mich nix an. Dass andere Leute Partner*innen haben, ist für mich ein Wert wie etwa der, dass viele Leute in Restaurants essen gehen oder natürlich Klamotten anhaben. Es entsteht kein spezieller Anreiz, deswegen Jemand irgendwie als besonders wahrzunehmen.
Die (romantisch orientierte) Zuwendung anderer Menschen habe ich allerdings auch nie erlebt, oder es wäre mir nicht aufgefallen. Vermutlich würde ich das nicht einmal dann mitschneiden, wenn sich jemand erheblich ins Zeug legt. Ich bin dafür anscheinend so empfänglich wie eine gut durchgegarte Bratkartoffel für eine intellektuelle Unterhaltung. Laughing
_________________
Normalität im Bezug auf den Menschen wird durch die Erkenntnis über das Individuum ad absurdum geführt.
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Tascha




Alter: 20
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 09.04.2017
Beiträge: 28
Wohnort: In der Nähe von Koblenz
BeitragVerfasst am: Di Jun 13, 2017 8:57    Titel: Antworten mit Zitat

Also gefühlskalt würde ich dich nicht nennen. Ich habe mich auch noch nie verliebt, kann mich aber durchaus in andere Menschen einfühlen oder eine emotionale Bindung zu ihnen aufbauen.
So, wie ich deinen Text verstanden habe, kannst du ja durchaus Freundschaften aufbauen, verliebst dich nur nicht,

Klar kannst du aromantisch sein. Aber du sprichst die ganze Zeit nur von Frauen. Hast du schon mal über Männer nachgedacht?
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Atheno




Alter: 30
Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.06.2017
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: Di Jun 13, 2017 12:31    Titel: Antworten mit Zitat

@Windsurfhippie

Zitat:
Vielleicht kann man das "oligoromantisch" nennen, auch wenn es den Begriff so nicht gibt, also in etwa = wenig romantisch. Vielleicht gibt es auch noch einen Begriff für oberflächliche Romantik, oder man kann es einfach in Grey-Romantik stecken.


Ja, ich denke "tendentiell aromantisch" oder soetwas könnte auf mich passen.

Zitat:
Wenn das Verknallen praktisch nur von der Ferne stattfindet, also vom äußerlich Erkennbaren, stellst Du Dir vielleicht Eigenschaften zu der Person unbewusst vor, die diese gar nicht besitzt. Im näheren Ansehen oder falls sich die Frau für Dich interessiert, stellst Du wahrscheinlich nebenbei fest, die ist gar nicht so, wie Du es vielleicht dachtest, und das ansatzweise Interesse verschwindet. Ich lese es aber mehr so, als wäre ein Interesse nicht viel mehr vorhanden, als an sonstigen Leuten auch. Das Genervtsein, von dem Du sprichst, bezieht sich evtl. auf die Feststellung, die Frauen sind gar nicht so, bzw. nicht toll oder interessant oder irgendwas, was zum näheren Kennenlernen einen Anreiz vermitteln könnte.


Ich war sehr sehr lange in eine (nicht feste) Freundin von mir verknallt (ich verwende bewusst nicht das Wort "verliebt"), wobei mir aber immer klar war, dass das vom Zwischenmenschlichen her nicht hinhauen würde. Manchmal dachte ich beinah, ich hasse sie. Das war aber quasi die Liebe meines Lebens, so komisch das auch klingt. Ich hatte zB nie das Verlangen in ihrer Nähe zu sein. Sie sah halt gut aus, und das war's eigentlich auch schon. Ich war regelrecht fixiert auf sie. Ich hatte absolut keine Ahnung was ich eigentlich wollte.

Sowas Ähnliches hatte ich auch unlängst, als eine Frau, in die ich eben aus der Ferne verschossen war, sich als absolut unerträgliche Person herausgestellt hat. Es war aber trotzdem sehr schwer für mich, dann gedanklich von ihr loszukommen. An ihrer Persönlichkeit hat's sicher nicht gelegen, oder daran, dass ich sie gern gehabt hätte. Sie sah einfach irrsinnig gut aus. Sie hat mich auch sehr stark an Frauen aus meiner unmittelbaren Verwandtschaft erinnert... Oh Gott ist das seltsam.

Also es ist nicht so, dass das Interesse verschwindet, sobald ich merke, dass die Persönlichkeit für mich nicht passt. Gottseidank interessiere ich mich aber selten so richtig für eine bestimmte Frau, in den letzten zehn Jahren eigentlich nur ein Mal (siehe oben).


@Tascha

Zitat:
Klar kannst du aromantisch sein. Aber du sprichst die ganze Zeit nur von Frauen. Hast du schon mal über Männer nachgedacht?


Also das ist eindeutig, Männer sind für mich wenn überhaupt Freunde und nicht mehr.
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Fiammetta





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 902
Wohnort: Berlin; Alter: 32
BeitragVerfasst am: Di Jun 13, 2017 17:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe gerade nicht viel Zeit, aber "jemanden nur / in erster Linie optisch interessant finden" klingt für mich nach ästhetischer Anziehung ohne Vorhandensein von anderen Arten von Anziehung. Hier ist eine (englische) Grafik zu den verschiedenen Arten: http://www.thefrisky.com/2012-05-02/the-6-types-of-attraction/ . Vielleicht bringt dich das ja weiter. Der Witz an der Sache ist, dass eine Art von Anziehung ohne die anderen auftreten kann.
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"Pour moi l’hétérosexualité n’est pas la norme, ce n'est qu'une majorité statistique."
(Peggy Sastre)
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Atheno




Alter: 30
Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.06.2017
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: So Jun 18, 2017 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die Übersicht, Fiammetta. Ich hätte da ohnehin eine etwas dumm klingende Frage: Geht für sexuelle Menschen für gewöhnlich romantische bzw. ästhetische Anziehung mit sexueller Anziehung einher? Bei mir ist das nämlich so gut wie nie der Fall, und beschränkt sich im Wesentlichen darauf, dass ich's mir unter Umständen vorstellen könnte.
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Lady Parrot
ADMod Team



Alter: 22
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 12.09.2013
Beiträge: 1093
BeitragVerfasst am: So Jun 18, 2017 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

Die meisten sexuellen Menschen haben zusammenpassende romantische, sexuelle und ästhethische Anziehung. Also beispielsweise heteroromantisch & heterosexuell. Es gibt allerdings auch Menschen, wo es etwas abweicht, realtiv häufig dürfte zum Beispiel die Kombination bisexuell und heteroromantisch sein. Ich habe auch schon von Leuten gehört, die homosexuell und biromantisch waren, das wird halt dann ähnlich kompliziert wie bei hetero- oder homoromantischen Asexuellen, wenn sich eine dieser Personen in jemanden des "falschen" Geschlechtes verliebt.
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Chi ha paura muore ogni giorno, chi non ha paura muore una volta sola. (Paolo Borsellino)
Wer Angst hat stirbt jeden Tag, wer keine Angst hat stirbt nur einmal.
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Atheno




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Anmeldungsdatum: 12.06.2017
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: So Jun 18, 2017 22:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, aber fühlen sich sexuelle Menschen normalerweise auch sexuell zu jemandem hingezogen, der auf sie in romantischer oder ästhetischer Weise anziehend wirkt?
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SchuffiPupsi




Alter: 27
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Beiträge: 1249
Wohnort: In der Mitte von M-V
BeitragVerfasst am: Mo Jun 19, 2017 12:34    Titel: Antworten mit Zitat

"Normalerweise" ja,
individuell betrachtet, nein.

Bei den Meisten dürften die verschiedensten Anziehungen durchaus deckungsgleich sein,
das trifft aber (wie alles was Menschen betrifft) nicht auf alle zu.
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Lady Parrot
ADMod Team



Alter: 22
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 12.09.2013
Beiträge: 1093
BeitragVerfasst am: Mo Jun 19, 2017 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, sehr viele Menschen sind auf allen Ebenen gleich ausgerichtet. Vereinfachtes Beispiel ohne Anspruch auf Realitätsnähe: Eine Frau sieht einen Mann. Sie bewertet sofort, ob er ihr optisch gefällt. Er passt in ihr Beuteschema. (Ästhetische Anziehung: Check.) Sie unterhält sich mit ihm. Version a.) Es passt alles, sie verliebt sich. (Romantische Anziehung: Check.)
Version b.) Sie ist gar nicht auf was festes aus, sondern will von Vornherein nur ins Bett mit ihm. (Sexuelle Anziehung: Check.)
Version a. endet bei sexuellen Menschen allerdings auch damit, dass sie mit ihm ins Bett will. (Sexuelle Anziehung: Check.)

Allerdings empfinde ich die ästhetische Anziehung als einen Sonderfall: Die meisten Frauen beispielsweise unterhalten sich ganz selbstverständlich über die Schönheit anderer Angehöriger des weiblichen Geschlechts. Ich würde sagen, romantische und sexuelle Anziehung sind in den meisten Fällen deckungsgleich, wenn romantische und sexuelle Anziehung vorhanden sind, ist ästhetische Anziehung auch fast immer mit von der Partie. Ästhetische Anziehung ist aber kaum ein Garant für romantische und sexuelle Anziehung.
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Maz
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Alter: 39
Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 10587
Wohnort: Stuttgart
BeitragVerfasst am: Mo Jun 19, 2017 13:23    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn man sexuelle Anziehung über den Wunsch nach sexuellen Handlungen/Kontakten mit einem Gegenüber definiert dann tritt sexuelle Anziehung auch bei den meisten Sexuellen nur sehr selten auf. Wenn man sexuelle Anziehung hingegen nur über ein zur Orientierung passendes (=sexuelles im Sinne von aufs Geschlecht bezogen) "attraktiv-finden/wahrnehmen" eines Gegenübers definiert und somit konsequent von der "Handlungswunschebene" entkoppelt ziemlich häufig. Wenn man Asexualität über die Abwesenheit von sexueller Anziehung definieren will sollte man denke ich den Fokus stärker auf die 2. Interpretation legen, da es auch gegenüber für sie "sexuell attraktiven" Menschen nicht ungewöhnlich für Sexuelle ist keine sexuelle Anziehung im Sinne eines Handlungswunsches zu erleben.

bzgl. der Situation:
Wenn man Aromantik über die Abwesenheit eines romantischen Interaktionswunsches definiert (manchmal wird das auch auf "kein Beziehungswunsch" reduziert) dann paßt das geschilderte erleben gut zur Aromantik. Wenn man Aromantik aber über die Abwesenheit einer "romantischen Wahrnehmung" definiert scheint mir Aromantik hier wiederum eher nicht vorzuliegen sondern es klingt für mich zumindest eher nach einer Art "romantischer Aversion", die an diese Wahrnehmung gekoppelt ist.
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