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Rückzugsraum




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 05.07.2021
Beiträge: 41
Wohnort: Hagen, NRW
BeitragVerfasst am: Do Jul 15, 2021 10:35    Titel: Antworten mit Zitat

Kurzes Lebenszeichen von mir:
Das Dorf, in dem ich mit meiner Familie lebe, und das am Hand eines Flusstals lief, kämpft gerade mit einer Katastophe. Infolge des starken Regens ist der Fluss stärker denn je über die Üfer getreten. Die Bundesstraße, einzige Verbindung nach irgendwo, ist ein Fluss. Unser Keller stand unter Wasser und wir haben gestern von 3 Uhr bis 22:30 damit verbracht, Wasser rauszuschaufeln und Dinge zu retten.

Heute geht es gerade ein wenig bergauf. Wir haben wieder fließend Wasser (aus der Leitung, meine ich) und gerade regnet es nicht. Allerdings ist für heute Nachmittag wieder starker Regen angekündigt worden.

Das Wichtigste ist natürlich, dass wir einander haben und ich bin dankbar dafür, dass wir die Nacht in unserem eigenen Zuhause verbringen.
Mal sehen, was da noch kommt...

Liebe Grüße,
Julia
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CCHD1982





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 12.07.2021
Beiträge: 11
Wohnort: Hannover
BeitragVerfasst am: Do Jul 15, 2021 14:23    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Julia,

das klingt ja wirklich katastrophal.
Ich hoffe die Lage entspannt sich schnellstmöglich und der Schaden ist nicht allzu groß.

Ich drücke die Daumen.

Gruß

Christin
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Rückzugsraum




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 05.07.2021
Beiträge: 41
Wohnort: Hagen, NRW
BeitragVerfasst am: Fr Jul 16, 2021 8:28    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Christin,

bei uns persönlich ist die Lage mittlerweile zum Glück wieder entspannter und ich bin sehr dankbar dafür, dass es meinem Mann und meinen Kindern gut geht. Ich fand es auch schön, wieder zu erleben, was für ein tolles Team wir sind, gerade in solchen Ausnahmesituationen.

Wie ist bei Dir die Situation gerade? Bist Du mit dem, was Du Deinem Mann sagen möchtest, weiter gekommen?

Liebe Grüße,
Julia
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Rob Wilkinson




Alter: 25
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 18.05.2021
Beiträge: 17
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: Fr Jul 16, 2021 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Christin,

interessanterweise ist es noch nicht lange her, dass mich über die (mehr oder weniger) sozialen Medien eine Frau kontaktiert hat, die in derselben Konstellation lebte wie du. Mir erschien etwas an ihrer Art und Weise eigenartig, ja fast groupiehaft, und wie sich herausstellte, sah sie in mir ihren akribisch gesuchten Fluchtweg aus der Routine des behüteten Familienlebens.

Da ich schon ziemlich früh prägende Erfahrungen gemacht habe mit leichtfertigen Eingriffen in bestehende Beziehungen, habe ich mich von ihr abgewendet, was sie sehr gekränkt hat.

Warum erzähle ich dir das?

Weil ich damals glaubte (und nach wie vor glaube), dass die Kreation eines Paralleluniversums der Erschaffung einer Selbsttäuschung gleichkommt. Sie wird das Problem nicht lösen, ganz im Gegenteil.

Ich verstehe, dass es Konfliktpotenzial gibt, wenn zwei nicht miteinander harmonierende Sexualtriebe aufeinandertreffen und eine bestehende Brücke wie Kinder diese Pole künstlich (?) zusammenhält. Ebenfalls ist mir bewusst, dass es wenig Sinn macht, die Zeit zurückdrehen zu wollen, dennoch möchte ich dir eine Sache vor Augen führen, die du vielleicht vergessen hast.

Dein Wunsch, Kinder zu bekommen, stand während der Wahl deines Partners in der Prioritätenliste ganz oben. Du hast also deine Wahl und gewissermaßen dein Leben diesem Wunsch angepasst. Du sagst selbst, dass dir die Nähe deiner Kinder alle Nähe gibt, die du brauchst - dein Wunsch ist also in Erfüllung gegangen und hat sogar die erhofften Ergebnisse mit sich gebracht.

Findest du nicht, dass das ein begnadeter Standpunkt ist? Wir sind Menschen; Impulse sind ein Teil von uns - aber wir müssen uns entscheiden, ob wir stets dem nächsten sich aufdrängenden Impuls folgen oder etwas aufbauen, das unseren verstandesmäßigen Idealen entspricht. In jedem Fall wird die Abwesenheit des jeweils Anderen eine Leere kreieren. Deshalb sind wir ja befähigt, Entscheidungen zu fällen.

Es ist eine vollkommen subjektive Meinung, aber wenn du mich fragst, geht die Familie und die Gesellschaft immer auf Kosten der Individuation und die Individuation auf Kosten der Familie. Die bedeutende Frage an dieser Stelle lautet also: Was ist mir wichtiger? Und das ist eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten sollte.
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gucki19




Alter: 62
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 22.10.2019
Beiträge: 80
Wohnort: Nordbayern
BeitragVerfasst am: So Jul 18, 2021 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Rob Wilkinson hat folgendes geschrieben:

Es ist eine vollkommen subjektive Meinung, aber wenn du mich fragst, geht die Familie und die Gesellschaft immer auf Kosten der Individuation und die Individuation auf Kosten der Familie. Die bedeutende Frage an dieser Stelle lautet also: Was ist mir wichtiger? Und das ist eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten sollte.


Hallo Rob

"Individuation" ist ja zunächst mal ein recht "sperriger" Begriff aus der Fachsprache der Psychologen. Unter den "normal Sterblichen" eigentlich ziemlich unbekannt würde ich mal einschätzen. Außerdem gibt es ja auch bei den Fachleuten/Psychologen leicht unterschiedliche Definitionen des Begriffs.

Du darfst natürlich deine vollkommen subjektive Meinung haben und hier kommunizieren. Und Du weißt ja vorbildlich darauf hin, dass es deine subjektive Meinung ist. Diese teile ich aber nicht so ganz.

Wenn ich die "Individuation" mal so platt als "Selbst-werdung auch im Sinne von Selbstverwirklichung" übersetze, dann kann die Selbstverwirklichung natürlich aus einer Beziehung führen. Aber muss sie tatsächlich zwangsläufig da rausführen? Gegenbeispiel - eine Frau welche ihr künstlerisches Talent entwickelt - in dem Bereich mehr und mehr "zum Individuum" wird und ihr "Eigenstes" wachsen lässt - könnte die nicht auch DURCH diese Entwicklung ausgeglichener werden, viel entspannter mit ihrer Beziehung/Ehe umgehen, die Marotten ihres Partners nicht mehr so kritisch sehen???

Meine nicht ganz "vollkommen subjektive Meinung" ist, dass Menschen, die sich entwickeln und positiv in ihrer Selbstverwirklichung wachsen durchaus gerade deswegen in Partnerschaften vertrauter und enger werden können. Warum "nicht ganz subjektiv"? Weil ich es schon "objektiv" bei Menschen so beobachten konnte.

Es liegt eher daran, wie die "aktuelle Partnerschaft" zur Selbstverwirklichung/Individuation passt oder auch nicht. Dass JEDE Form von Individuation zu Lasten von Familie und Gesellschaft geht deckt sich jedenfalls nicht mit meinen Beobachtungen.
_________________
Viele Grüße vom
Gucki
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CCHD1982





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 12.07.2021
Beiträge: 11
Wohnort: Hannover
BeitragVerfasst am: So Jul 18, 2021 23:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rob Wilkinson!

Auch wenn ich nicht in Gänze verstanden habe was du mir sagen möchtest, trotzdem mal eine Reaktion auf einige Punkte:

Es ist richtig, dass die Beziehung zu meinem Mann nur entstanden ist weil ich ihn als Vater meiner Kinder "ausgewählt" habe, nicht als Partner für mich, denn diesen brauche ich (für mich allein) nicht zwingend und auch nicht als passenden Sexpartner.
Ich wollte das Ganze auch anfangs als "Freundschaft plus" laufen lassen, was zum Versuch der Zeugung von Kindern zweifellos Monate oder sogar Jahre ausgereicht hätte. Da ich den Kinderwunsch zuerst verschwiegen habe, aus Angst er würde das nicht mitmachen, gebe ich zu dass das weder fein noch fair war. Ich wusste mir nicht anders zu helfen, was keine Entschuldigung ist.
Es war dann aber so, dass wir uns so gut verstanden, so gut im Alltag harmonierten, die Sätze des anderen weiterführen konnten, dass ich das Gefühl hatte man könnte es mit einer Beziehung versuchen. Ich redete immer davon dass ich "Beziehungslegastheniker" sei, dass es also nicht ganz einfach mit mir werden könnte. (Heute weiß ich dass ich wohl aromantisch bin.)
Auch dass ich diesen Kinderwunsch mit ihm realisieren wollte eröffnete ich ihm dann nach kurzer Zeit.
Er "sprang nicht ab", sondern stand zu mir und wagte mit mir den Versuch eine Familie zu gründen.
Ich denke einfach, auch wenn ich nicht in der Lage bin diese "romantische Liebe" zu empfinden, muss es doch etwas bedeuten, dass mich mein Gefühl dazu gebracht hat mit ihm eine Beziehung aufbauen zu wollen.

Damals suchte ich keinen passenden Sexpartner für mich, schon allein deshalb weil Sex immer ein schwieriges Thema für mich war. Ich möchte sagen ich war immer recht offen was Praktiken angeht und offen darüber zu sprechen.
Allerdings habe ich nie verstanden was an Sex "so toll" sein soll. Für mich war es nie mehr als ganz nett, auf jeden Fall alles andere als "befriedigend". Es war allerdings auch nie "schrecklich" oder "schlimm" für mich, eher irgendwie neutral. Ich dachte sogar in meinen 20'ern darüber nach ob nicht Prostitution etwas für mich wäre, weil ich meinte, da ich kein Problem damit hatte mit irgendwem Sex zu haben, wenn ich Geld dafür bekäme hätte ich wenigstens etwas davon.
Damals gab es nicht die Möglichkeit der Informationssuche und des Austauschs via Internet, zumindest nicht so leicht verfügbar und kostengünstig nutzbar wie heute. Sonst hätte ich vielleicht auch etwas "weiter hergeholte " Möglichkeiten bedacht, die damals allerdings noch sehr viel "anrüchiger" gehandelt wurden.
Heute bin ich der Meinung ich tendiere sehr stark in die Richtung BDSM und Kliniksex, ich brauche das "sexuelle Erlebnis", bei dem Ambiente und vor allem Kompetenz des Spielpartners passen müssen.
Das ist meiner Meinung nach im normalen Alltag im häuslichen Bereich nicht umsetzbar. Mein Mann wäre sicher in Lage (und auch Willens) Techniken in diesem Bereich zu erlernen, nur dauert das seine Zeit, braucht Erfahrung und ich denke ich möchte für erste Erfahrungen lieber professionelle Menschen in Anspruch nehmen.
Ich denke ich bin erst jetzt soweit meine sexuellen Bedürfnisse richtig zu erforschen. Aber ich gebe zu ich sehne mich nach einem "tollen sexuellen Erlebnis". Dabei hoffe ich sehr dass ich dies auch finden werde, (wenn auch vielleicht nicht beim ersten Versuch) denn wenn nicht würde mich das schon sehr enttäuschen und frustrieren.

Ich glaube ein großes Problem in unserer Beziehung ist, dass ich die "Partnerbeziehung" von der "Sexbeziehung" trenne. (Danke nochmal Gucki für die Buchtipps von Michael Mary!)
Mein Mann hingegen ist der Meinung, wie wohl die Mehrheit der Paare, dass eine Partnerbeziehung untrennbar mit der Sexbeziehung verwachsen ist. Hat man also keinen, zu wenig oder schlechten Sex, ist auch die Qualität der Beziehung schlecht.

Zudem sehe ich unsere Parnerbeziehung sehr verwoben mit der Familie, also ich betrachte meinen Mann, die Kinder die Tiere und mich selbst als "gleichberechtigte" Teile, deren aller Bedürfnisse irgendwie zumindest zufriedenstellend "unter einen Hut zu bringen" sind. Dafür bin zum Großteil ich verantwortlich.
Mein Mann sieht wohl in erster Linie die Beziehung zu mir als vordergründig, inklusive des Sex natürlich, erst danach kommt der Rest.

Es ist richtig, dass ich die körperliche Nähe die ich brauche hauptsächlich über die Kinder und die Tiere bekomme. Allerdings habe ich grundsätzlich auch kein Problem meinem Mann körperlich nah zu sein, wenn es nur nicht immer auf Sex hinaus liefe.
Beim Sex fühle ich mich ihm nicht nah, im Gegenteil. Nah fühle ich mich ihm eher bei guten Gesprächen oder wenn er sich mit Dingen Mühe gibt die mir besonders wichtig sind.

Es ist auch richtig, dass wir ohne unsere Kinder nicht mehr, oder gar nicht erst, zusammen wären.
Aber wir sind nun mal Eltern, noch dazu sind wir ein gutes Team. Wir haben schon ziemlich viel miteinander durchgemacht und ich finde das muss etwas bedeuten. Unsere gemeinsame Beziehung ist die bisher für uns beide (im Vergleich zu unseren Vorbeziehungen) längste und stabilste, trotz oder vielleicht weil sie von meiner Seite nicht auf romantischer Liebe beruht.

Es besteht leider die Gefahr, dass das für meinen Mann dennoch nicht genug ist. Das würde mich sehr treffen und ich hoffe wir können irgendwie im Laufe der Zeit einen Kompromiss finden.
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Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 05.07.2021
Beiträge: 41
Wohnort: Hagen, NRW
BeitragVerfasst am: Mo Jul 19, 2021 8:24    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Christin,

puh ja, Konflikte auf der konzeptionellen/werte-Ebene zu lösen (Liebe=Sex vs. Liebe und Sex getrennt und Partner=Einheit vs. indivieduelle Betrachtung aller Familienmitglieder) erscheint mir unmöglich.

Was Deinen Mann angeht, habe ich die Theorie, dass er sich aufgrund eurer Geschichte bei ihm innerlich der Eindruck/die Sorge gebildet hat, dass er von Dir nur als Objekt (Familienvater) und nicht als Mensch geschätzt/geliebt wird. Wenn Du mit ihm Sex hast, vermittelt ihm das den Eindruck, dass Du ihn um seinetwillen willst. Willst Du keinen Sex haben, steigen die Zweifel wieder auf.

Die Frage, die ich mir stelle, ist, welche Alternerativen es da für Deinen Mann gäbe. Also woran würde er sonst noch merken, dass Du ihn als Person schätzt? (kennst Du die '5 Sprachen der Liebe'? Für Dich scheinen das Hilfsbereitschaft und Qualitäty Time zu sein... bei ihm Zärtlichkeit. Vielleicht gibt es da noch eine?)

Was seine Bemerkung bezüglich der gesundheitsfördernden Wirkung von Sex angeht, kam mir der Gedanke, dass es darauf hindeuten könnte, dass er sich gerade viele Gedanken um seine/eure Gesundheit macht, gerade im Zusammenhang mit den Krebserkrankungen in Deiner Familie. Was denkst Du? Könnte das möglich sein?

Viele liebe Grüße,
Julia
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CCHD1982





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 12.07.2021
Beiträge: 11
Wohnort: Hannover
BeitragVerfasst am: So Aug 01, 2021 23:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Julia,

ich würde mir sehr wünschen, dass mein Mann ein "Teamwork" in wichtigen Situationen, wie du es bei euch in der Hochwasser-Situation beschrieben hast, zu schätzen wüsste.
(Ist die Lage eigentlich wieder entspannter und ohne größere Schäden abgegangen?)

Er gibt oft an, sich nur als "Versorger" zu fühlen, der eben "das Geld nach Hause bringt".
Auf der einen Seite kann ich das verstehen. Ich bin generell nicht so der warmherzige Typ (zumindest zu Menschen), Körperkontakt "fällt mir oft von selbst nicht ein". (Ein bisschen wie bei Sheldon Cooper von der "Big Bang Theory", der das erlernte Umarmen von Menschen mit Rückenklopfen und den Worten "na na" verbunden zum Trost anwendet.)
Aber, und da beißt sich wohl die Katze in den Schwanz, ich könnte mir vorstellen ihm deutlich mehr körperliche Nähe zu geben, wenn ich nicht immer dabei das Gefühl hätte, dass er infolge Sex von mir erwartet.

Du hast das auf jeden Fall richtig erkannt, dass Sex für ihn ein Schätzen seiner Person bedeutet und wenn ich ihn nicht begehre schätze ich ihn eben nicht und wir haben auch eigentlich keine richtige Beziehung.
Ich habe ihm mehrfach versucht zu erklären, dass meine Unlust nicht an seiner Person liegt, sondern daran, dass ich "normalem" Sex einfach nicht sehr viel abgewinnen kann. Leider kann er das nicht glauben und ich bin ehrlich gesagt überfragt wie ich ihm das noch deutlich machen kann.
Falls hier Menschen mit ähnlichen Problemen mitlesen: was hat euch geholfen zu verstehen, dass es nicht an eurer Person lag, wenn euer Partner keine Lust auf Sex hatte?

Na klar, unsere Beziehung hat nicht "wie üblich" angefangen, mit 2 verliebten Menschen, sondern nur mit einem, und einem zweiten der die Familiengründung bezweckte.
(Wie funktioniert das eigentlich in den Kulturkreisen, wo die Ehen noch öfter arrangiert werden und ganz klar hauptsächlich auf Familiengründung abzielen? Ist damit jede Frau "totunglücklich" und kann sich nur in ihr Schicksal ergeben und ihre "ehelichen Pflichten" ableisten?)
Aus meiner Sicht ist es gegenüber meinem Mann so:
Sex kann ich faktisch mit fast jedem beliebigen Menschen haben (auch, oder vielleicht gerade weil er mir nicht sehr viel gibt). Dafür müssen relativ wenige Kriterien erfüllt werden.
Um als potentieller Vater für Kinder zu taugen, gehören für mich schon deutlich mehr erfüllte Kriterien.
Und um dazu noch ein Mensch zu sein, mit dem ich zusammen leben kann ohne ständig genervt zu sein, dazu gehört von meiner Seite schon sehr viel.
Das heißt, mein Mann muss eigentlich schon sehr hohe Hürden überwunden haben, um bei mir in dieser Form, die wir heute haben "zu landen".
Nur leider sieht er das, was von meiner Seite ein großes Kompliment ist wohl eher als Beleidigung. ("Du wolltest nur Kinder und jetzt wo du die hast bin ich als Versorger noch gut genug.)

Also dass er sich viele Gedanken um seine oder unsere Gesundheit macht glaube ich ehrlich gesagt nicht. Solche Bemerkungen zielen eher darauf ab mir durch Seitenhiebe klar zu machen wie schlecht es ihm damit geht dass ich ihn "nicht ran lasse".
Er ist wohl der Meinung dass ich das absichtlich tue, um meine "Macht" ihm gegenüber auszuspielen. (Er hat irgendwo gelesen dass in Beziehungen mit ungleich verteiltem Sexwunsch der die Macht über den anderen hätte, der den geringeren Wunsch nach Sex hat, weil der andere ja von dessen wollen abhängig wäre.)

Im Moment schweigen wir uns leider nur an. Wenn nicht, dann kommt recht schnell das Thema Sex auf und wir streiten uns am Ende wieder.
Ich habe momentan keine Ahnung wie wir da wieder raus kommen.
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vby




Alter: 29
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 29.11.2020
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: Di Aug 03, 2021 0:02    Titel: Antworten mit Zitat

@Christin : Könnte ich von dir erklärt bekommen, warum die normalen, dir immer schon bekannten Bedürfnisse deines Mannes so einseitig problematisiert werden, deine eigenen etwas anders gelagerten, hingegen nicht (?)

Die Gewichtung ist nicht plausibel.

Hätte es einen reinen Tisch von Anfang an gegeben, hätte jeder gewusst woran er ist.

Ich find die Einleitung meines ersten Posts auch schrecklich, nur als hier Mitlesender, der deiner Darstellung der Dinge ausgeliefert ist, möchte ich Widersprüche herausgearbeitet sehen.
Zitat:
mein Mann muss eigentlich schon sehr hohe Hürden überwunden haben, um bei mir […] "zu landen" […] was von meiner Seite ein großes Kompliment ist […] noch dazu sind wir ein gutes Team.
<==>
Zitat:
Es ist auch richtig, dass wir ohne unsere Kinder nicht mehr, oder gar nicht erst, zusammen wären.
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CCHD1982





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 12.07.2021
Beiträge: 11
Wohnort: Hannover
BeitragVerfasst am: Di Aug 03, 2021 1:18    Titel: Antworten mit Zitat

"Könnte ich von dir erklärt bekommen, warum die normalen, dir immer schon bekannten Bedürfnisse deines Mannes so einseitig problematisiert werden, deine eigenen etwas anders gelagerten, hingegen nicht (?)"
Ich bin nicht sicher ob ich deine Frage / Anmerkung richtig verstanden habe. Natürlich ist es auch problematisch, dass ich offenbar nicht auf die gleiche Art von Sex stehe wie mein Mann. Könnte ich eine Pille einwerfen und würde dann" total abgehen", würde ich das sicher tun, denn es wäre deutlich einfacher als alternative Lösungen suchen zu müssen.

Es ist auch richtig, dass es besser gewesen wäre von Anfang an reinen Tisch zu machen, nur war mir das alles vor knapp 7 Jahren gar nicht so klar wie es heute deutlich mehr der Fall ist.
Ich dachte Sex gehört eben einfach zu einer Beziehung dazu und dass er mir nicht viel bringt habe ich irgendwie hingenommen und auch gehofft, dass sich das vielleicht ändert im Laufe der Beziehung, wegen der Vertrautheit und ähnlichem.
Aber dass ich noch nie so richtig tollen Sex hatte habe ich gegenüber meinem Mann von Anfang an thematisiert.
Nur ist die Suche nach dem was ich diesbezüglich wirklich brauchen würde am Ende auch in den Hintergrund gerückt, da der Sex ja in bestimmter Häufigkeit und terminlich getimed nötig war um dem Kinderwunsch Rechnung zu tragen. Mein Mann hat das natürlich dankend hingenommen, da ihn der Sex ja weitgehend befriedigt hat.

Ich finde es nicht widersprüchlich, dass es von meiner Seite ein Kompliment ist, dass er so viel passendes an sich haben muss, dass wir immer noch zusammen sind und zusammen leben, dies aber ohne die Kinder wohl nicht der Fall wäre.
Ich habe ihn zuallererst als Vater für Kinder ausgewählt. Hätte ich ihn dafür nicht als geeignet empfunden, wären wir nicht zusammen.
Ich habe nach kurzer Zeit bemerkt dass wir uns gut ergänzen und verstehen und habe deshalb den Beziehungsversuch gewagt, immer mit der Offenheit, dass ich bisher keine langfristige Beziehung zuwege gebracht hatte und mich selbst als "Beziehungslegastheniker" bezeichnen würde. Hätte ich das nicht so empfunden, wären wir auch nicht zusammen.
Ich für mich selbst benötige keinen Partner um mich herum. Teilweise erfüllen diese Rolle meine Tiere. Ohne die Kinder hätte ich daher wohl auch keinen Partner.
Aber die Kinder brauchen, so weit es möglich ist, beide Eltern und dieses Elterndasein, das Familienleben und die daraus resultierende Verbindung zu meinem Mann genieße ich.

Würde da eben nur nicht diese verflixte Sex-Mauer zwischen uns stehen.
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