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Sexismus in der Sprache und feministische Sprachideologie
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Indiga





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 69
BeitragVerfasst am: Di März 22, 2016 20:56    Titel: Sexismus in der Sprache und feministische Sprachideologie Antworten mit Zitat

In einem anderen Threat http://aven-forum.de/viewtopic.php?t=11008&start=105&postdays=0&postorder=asc&highlight= kamen wir in eine Diskussion bezüglich des Themas "Sexismus in der Sprache".

Dort kam es zu meiner Meinung nach spannenden Diskussionen, die ich hier gerne fortsetzen möchte.

Wie ist eure Meinung dazu. Findet ihr die deutsche Sprache sollte ein unveränderliches Gut bleiben? Oder gibt es in ihr Dinge, die euch stören?
Vielleicht gar verletzen? Habt ihr euch mal gefragt, ob es in unserer Sprache Sexismus gibt? Und wenn ja, empfindet ihr es als neutral oder diskriminierend? Wo?
Und würdet ihr euch Änderungen wünschen?
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Maz
ADMod Team



Alter: 44
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14511
BeitragVerfasst am: Di März 22, 2016 21:08    Titel: Antworten mit Zitat

Sprache ist immer im Wandel aber Wandel kann man nicht von oben verordnen. Selbst Rechtschreibreformen halte ich da schon für bedenklich (ich boykottiere soweit möglich das ss, die Begründung für die Verwendung von ss statt ß ist irrational, da Schriftsprache und gesprochene Sprache immer divergieren und sich die Schrift nicht am Klang davor liegender Buchstaben orientiert), diese haben aber zumindest noch nachvollziehbare Zielsetzungen. In wieweit Sprachveränderungen aber einen Einfluß auf realen Sexismus haben sollten erschließt sich mir nicht. Das ist in etwa so als wollte man die Existenz von Erdbeben dadurch auslöschen, daß man das Wort Erdbeben in Gänseblümchen umändert. Sprache ist lediglich ein Ausdrucksmittel aber nicht die Ursache für Probleme. Alles was Menschen fühlen oder denken kann in Sprache "gegossen" werden aber die Sprache ist nicht der Grund für negative oder positive Gefühle und Gedanken und schon gar nicht für Handlungen.

bzgl anderem Thread:

Zitat:

Auf der positiven Seite? Ich empfinde es ebenso als eine unangebrachte Forderung, wenn Menschen nichts mehr fordern dürfen.


Wo wären denn nun die positiven Aspekte, die es rechtfertigen könnten Millionen von Menschen eine neuen Sprache vorzuschreiben, sämtliche Bücher umzuändern, etc. Da fehlt es an jedweder Verhältnismäßigkeit, das wären schlicht Orwellsche Zustände.
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Zuletzt bearbeitet von Maz am Di März 22, 2016 21:32, insgesamt einmal bearbeitet
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Indiga





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 69
BeitragVerfasst am: Di März 22, 2016 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt interessante Studien bezüglich verschiedener Sprachen und ihre starken Auswirkungen auf "anders Denken".

Hier mal einer der ersten Texte, die ich beim googeln fand:

http://www.spektrum.de/news/wie-die-sprache-das-denken-formt/1145804
__
Den, welchen ich vor einiger Zeit lesen durfte, habe ich leider nicht gefunden. In dem damaligen ging es zum Beispiel um eine Studie bezüglich Gedankenunterschiede mit englischen oder deutschen Gedanken. Dies funktionierte sowohl bei Engländern, die auf "deutsch" denken sollten, als auch bei Deutschen die auf "englisch" denken sollten. Die Probanten bekamen ein Bild gezeigt. Ein Mensch der einen Weg entlang ging. Es gab hinten am Weg auch ein Haus. Mit der englischen Sprache dachten die Menschen dabei eher an, ein Mensch geht einen Weg entlang/ beziehungsweise spazieren. Auf deutsch dachten sie, der Mensch geht auf das Haus zu. Glaub so rum war es. Auf jedenfall wurde das Intensionsspiel in einer anderen Sprache gleich zu etwas anderem.

Noch ein Gedankenspiel:

Das Mädchen
Das Jungchen

Verniedlichung ginge hier also auch bei einem Jungen. Das dies in unserer Sprache nicht gebraucht wird mag also nicht unbedingt an der Sprache liegen, sondern eben das es noch bestimmte Bilder bezüglich anderen Geschlechtern gibt. Das Mädchen wird gern verniedlicht. Die kleine, süße, nette Tochter.

Aber hat man bei dem Wort "Mädchen" überhaupt eine Wahl?
Die Made...
Oder es kommt von der Magd. Die Magd ist das Mädchen/Mägdchen für alles..

Bei dem Wort das Weib kam es mit der Zeit zu Veränderungen. Man nahm den Begriff Frau auf, der vorher nur für reichere Menschen des weiblichen Geschlechts genutzt wurde. "Das Weib" war wohl zu negativ behaftet.

"Das Fräulein" wurde auch abgeschafft, was lange Zeit nach dem häufigeren Gebrauch des Wortes Frau noch gern für Menschen weiblichen Geschlechts benutzt wurde, welche noch unverheiratet waren. Wegen dem neuen Verständnis für dieses Wort und weil es als diskriminierend empfunden wurde, hat Mensch dies in Deutschland geändert. Die Frauen wollten nicht mehr als das Fräulein bezeichnet werden, nur weil sie noch nicht verheiratet waren, bildete sich doch in der Gesellschaft so langsam ein neues Frauenkonzept. Die unverheiratete Frau gab es immer öfter und so wurde hier eine neue sprachliche Lösung gefunden.

Es gibt Menschen die bevorzugen den Begriff Madam und nutzen diesen sogar im Alltag. Das erste mal hörte ich das von einem Mann. Er wollte mir damit einen Begriff liefern, der Näher an dem Wort "Herr" heranreicht. Für ihn war das ein bewusster Einsatz für mehr Respelt mir gegenüber. Emotional, so darf ich verraten, war ich gerührt davon. Und er stieg in meinem Ansehen damit zudem gleich noch höher als zuvor.

Soll das wirklich so unwichtig sein? Sollte es nicht zumindest die Möglichkeit geben, das Mädchen, wie den Jungen, anders anzusprechen?! Mir fehlt es da leider an Wörtern..


Maz hat folgendes geschrieben:
Ich kann die Beiträge zur Sprache auch absplitten. Wenn ich sie in den anderen Thread einfüge führt das aber dazu, daß sie vor dem ersten Beitrag erscheinen, da sie zeitlich älter sind.

Zitat:

So schätzen Lehrer zum Beispiel Kinder von vorn herein als dümmer ein, wenn sie mir einer sogenannten "Gossensprache" ankommen.


Gossensprache verbieten, Problem gelöst Wink


Damit ist das Problem nicht gelöst. Einzelne Menschen brauchen immerhin andere Beispiele um sich umzuorientieren. Es zeigt nur das Sprachauswirkungen riesig sein können. Institutionen könnten nach Lösungsansätzen diesbezüglich suchen.
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Maz
ADMod Team



Alter: 44
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14511
BeitragVerfasst am: Di März 22, 2016 21:43    Titel: Antworten mit Zitat

Das war ironisch um auf die Unsinnigkeit dieses Ansatzes hinzuweisen. Man kann Leuten, die kein klares Deutsch sprechen können offensichtlich nicht vorschreiben ab sofort nur noch lupenreines Hochdeutsch zu sprechen.

Natürlich schafft Sprache Assoziationen und die Assoziationsstärke zwischen "der Mensch" ist (ohne weitere Kontextinformationen) im Hinblick auf männliche Menschen wohl geringfügig höher als auf weibliche, d.h. vermutlich wird das "mentale Bild" der Person dann etwas häufiger das eines Mannes sein.

Wie jemand aber aus dieser Festestellung darauf kommt, daß solche Unterschiede in der Assoziationsstärke zwischen Begriffen oder Bildern ein Grund für real existenten Sexismus sind und man daher die Sprache umändern müßte ist mir schleierhaft. Ich gehe jede Wette ein, daß du keine einzige Studie dazu finden wirst, die irgendeinen meßbaren Unterschied in der Ausprägung des real gezeigten Sexismus in Abhängigkeit von der Grammatik einer bestimmten Sprache belegen kann. Diesen Zusammenhang haben sich wohl eher Feministinnen am Küchentisch ausgedacht.

Zitat:

"Das Fräulein" wurde auch abgeschafft, was lange Zeit nach dem häufigeren Gebrauch des Wortes Frau noch gern für Menschen weiblichen Geschlechts benutzt wurde, welche noch unverheiratet waren. Wegen dem neuen Verständnis für dieses Wort und weil es als diskriminierend empfunden wurde, hat Mensch dies in Deutschland geändert.


Diese Veränderung hatte vermutlich eine genauso hohe Relevanz für den Sexismus wie die Abschaffung des Begriffs Negerkuss für den Rassismus, nämlich gar keine. Sexistisch wurden diese Begriffe erst als Menschen anfingen sie plötzlich als sexistisch zu betrachten und wegen dieser veränderten Auslegung wurden sie dann wiederum "verboten".

Aktuell wird "Fräulein" übrigens analog zu "Madame" fast nur noch als Höflichkeitsform verwendet, die es zuvor auch war bevor sie wegen dem Bezug zum "unverheiratet sein" als diskriminierend bewertet wurde.

Zitat:

Das Mädchen
Das Jungchen


"Der Freund", "das Freundchen" (klar abwertend und männliche Form mit einem "das" davor)
"Die Freundin" aber "das Freundinnenchen" gibt es wiederum nicht. Wink
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Zuletzt bearbeitet von Maz am Di März 22, 2016 22:07, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Indiga





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 69
BeitragVerfasst am: Di März 22, 2016 22:06    Titel: Antworten mit Zitat

Als geringfügig würde ich es nicht beschreiben, wenn selbst Frauen bei neutralen Texten häufig daran denken, es habe eine männliche Person geschrieben. Oder bei Geschichten ohne Hinweis auf den Hauptprotagonisten denken dieser sei männlich.
____
Feministinnen am Küchentisch".
Kamst du auf diesen Kommentar während einer Diskussion mit Kumpels beim Fußballschauen? Wieviel Bier hattet ihr intus Wink
Diskriminierung ist überall, auch der Mann wird diskriminiert, aber soll die Diskussion wirklich so laufen? x)
_____

Sprache kann eine zusätzliche Stütze für Sexismus sein. Hier beginnt wieder so eine Frage nach der Henne und dem Ei. Vieles kan sich bedingen und Sprache ist sicher nicht der einzige Grund für Sexismus. Aber was man im privaten nicht ändern kann...Institutionen können mit dem Thema Diskriminierung im Allgemeinen achtsacher gegenüber treten und ist da nicht jede Veränderung zur Gleichberechtigung ein guter Weg? Liegt es daran das du Gleichberechtigung vielleicht auch gar nicht als wünschenswert erachtest? Wenn ja, wieso?

Hier mal ein Test den jemand im Internet durchgeführt hat, bezüglich der deutschen Sprache:
http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2010/09/21/das-experiment-der-ganz-normale-sexismus-der-deutschen-sprache/

Und ich hab auch in meinem Studium schon mit einigen interessanten Studien zutun gehabt. Werde die Texte bei Gelegenheit mal heraussuchen. Darf die aber leider nicht verteilen, aber die Namen herausgeben geht Smile
___

ich hab diese Worte mit 3 Jahren bereits als schmerzhaft empfunden. Das Mädchen/ In der Kindergartenzeit. Glaubst du da kann ein Einzelfall vorliegen? Ok, hatte auch mit 3 Kerlen zu kämpfen. Sag mal, hattest du Schwestern? Nur mal so aus Neugier.
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Inertia





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 1087
BeitragVerfasst am: Di März 22, 2016 22:11    Titel: Antworten mit Zitat

Indiga hat folgendes geschrieben:
hat Mensch dies in Deutschland geändert


Bä, also da krieg ich Augenkrebs, muss das immer wieder sein? Wer sich von dem Wort "man" diskriminiert fühlt, hat echt ein Problem.
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luna & titus
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: Di März 22, 2016 22:20    Titel: Antworten mit Zitat

Inertia hat folgendes geschrieben:
Indiga hat folgendes geschrieben:
hat Mensch dies in Deutschland geändert


Bä, also da krieg ich Augenkrebs, muss das immer wieder sein? Wer sich von dem Wort "man" diskriminiert fühlt, hat echt ein Problem.


Und vor allem bedeutet „man“ ja gar nicht „Mann“, also männlich. Deshalb verstehe ich auch nicht, warum manche Frauen statt „man“ „frau“ sagen.
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Maz
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Alter: 44
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14511
BeitragVerfasst am: Di März 22, 2016 22:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Feministinnen am Küchentisch".
Kamst du auf diesen Kommentar während einer Diskussion mit Kumpels beim Fußballschauen? Wieviel Bier hattet ihr intus


Weder trinke ich Bier noch schaue ich freiwillig Fußball, Pech gehabt Wink

Aber meine Aussage war völlig ernst. Es sind feministische Ideen, die sich die Leute aus den Fingern gesogen haben und keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.
Beschäftige dich doch mal mit den Ursprüngen dieser Sprachtheorien.
https://de.wikipedia.org/wiki/Feministische_Linguistik

Zitat:

Wegweisend waren Language and Women's Place (1973) von Robin Lakoff, Male/Female Language (1975) von Mary Richie Key und Language and Sex (1975) von Nancy Henley.[1] Anders als die Linguistik versteht sich die Feministische Linguistik selbst nicht nur als beschreibende (deskriptive), sondern auch als intervenierende Wissenschaft und damit als Teil einer politisch-sozialen Bewegung, die Sprache und Sprachgebrauch anhand von soziologischen und politischen Kriterien kritisiert. Daher wird sie in der Sprachwissenschaft oft nicht als Teildisziplin wahrgenommen, sondern als feministische Sprachkritik aufgefasst.

zur Kritik siehe auch:
https://de.wikipedia.org/wiki/Feministische_Linguistik#Kritik

Falls du in diesen Werken irgendwelche wissenschaftlich fundierten Studien findest, die tatsächlich experimentell mit empirischen Methoden die Wirkrichtung und Ausprägung möglicher Zusammenhänge belegen lass es mich wissen.

Ansonsten handelt sich hierbei schlicht um feministische Politik. Natürlich steht es jedem Menschen erst mal frei sich für bestimmte politische Ziele einzusetzen auch für so abwegige wie eine komplette Umänderung der Sprache (Abschaffung von Artikeln, Verwendung eines "generischen femininum", etc.). Blos bitte das ganze dann nicht als Wissenschaft bezeichnen, denn für wissenschaftliches Arbeiten im Bezug auf Phänomene in der Welt wie sie von der Psychologie und teilweise Soziologie untersucht werden (worauf sich die Experimente zum "Mitdenken" ja beziehen) gelten nämlich die Regeln für empirische Wissenschaften und nicht mehr die für reine Geisteswisschenschaften, d.h. Hypothesen über die reale Welt müssen falsifizierbar und (experimentell) prüfbar sein und sollten um einen Bestätigungsfehler zu vermeiden möglichst wertungsfrei betrieben werden. Die Schlußfolgerung, daß eine stärkere Assoziation von Begriffen mit Männern mehr Sexismus zur Folge hat kann also keineswegs einfach so "behauptet" werden, das müßte man dann schon auch noch belegen.
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Sandkastenzorro
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Alter: 41
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3721
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: Di März 22, 2016 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Fräulein... im Ruhrpott hörste das nur, wenn Eltern extrem stinkig auf ihr Kind sind: "FROLLEIN, DU GEHS GETZ SOFORT INS BETT, SONST HAT DEIN ARSCH HOCHZEIT!" XD

Ich weiss nich... ich empfind das alles als... "isso". Aber ich find den angesprochenen Negerkuss auch nicht diskriminierend und das Zigeunerschnitzel auch nich. Fällt für mich unter "Man kann sich auch anstellen".
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Inertia





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 1087
BeitragVerfasst am: Mi März 23, 2016 0:37    Titel: Antworten mit Zitat

Aber Zorro, wer sich heutzutage nicht wegen mindestens einer Sache diskriminiert fühlt, ist ein Faschist. Weißt du das denn nicht?

Gelobt sei die 21st century political correctness!
der infinately proud individualism!
und vor allem das sich mit selbst erfundenen foreign Fachbegriffen self-decorating!
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Indiga





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 69
BeitragVerfasst am: Mi März 23, 2016 0:39    Titel: Antworten mit Zitat

Inertia hat folgendes geschrieben:
Indiga hat folgendes geschrieben:
hat Mensch dies in Deutschland geändert


Bä, also da krieg ich Augenkrebs, muss das immer wieder sein? Wer sich von dem Wort "man" diskriminiert fühlt, hat echt ein Problem.

Wer sich über das Wort Mensch in diesem Satz aufregt hat wohl auch ein Problem. Wink Augenkrebs, irgendwie ist das für alle hier wohl ein sehr emotionales Thema. Dort wo Emotionen so auftreten, werden wunde Punkte getroffen. @ Inertia: Warum genau störrst du dich an ungewöhnlichen Schreibweisen? Hier wurde nicht behauptet das "man" schlecht sei, hier wurde lediglich etwas anderes benutzt? Wieso wird das hier überinterpretiert? Warum hat man dann auf der anderen Seite weniger Grund etwas überzuinterpretieren?

Hab das "Mensch" anstelle "man" hier tatsächlich mit Absicht benutzt, aber das ist nicht meine eigentliche Schreibweise. Ich find es nur faszinierend wie auch ihr euch an diesen Detailles störrt. Das bestätigt, euer empfinden ist hier genau so pingelig wie meines, nur in einer anderen Richtung. Auch wenn ich weiß das wir hier bewusst über ein Thema diskutieren und jeder seine Meinung darum überspitzt. (ich hoffe es zumindest)

Aber eins frage ich mich dann schon. Bemerkt ihr das sich das umdrehen lässt?
__

Es ist auch zu radikal gedacht, wenn man plötzlich Angst haben müsste, falsche Worte zu benutzten, weil...
Dennoch, findet ihr nicht das ein bewussterer Umgang der Sprache ein wünschenswertes Ziel ist?
__

Ich wünsche mir zum Beispiel für alle weiblichen Kinder, das es wenigstens eine andere Möglichkeit gebe, wie man sie benennen kann. Magd wär da keine schöne Alternative und Made erst recht nicht.
Veränderung kann im Kleinen beginnen. Zum Beispiel indem sich eine Gesellschaft auf neue zusätzliche Bezeichnungen einigt.

___
Wenn ich das richtig sehe, haben hier einige Angst vor Sprachverstümmelungen? Oder ist es die Angst, Dinge zu verkomplizieren?
Mich würde interessieren, wo genau setzen die Punkte an, also wo seht ihr die Probleme?
__

@Maz:
Selbst wenn die Gedanken bezüglich des Sprachproblems aus dem Feminismus stammen, letzten Endes beschäftigt sich die Wissenschaft mittlerweile damit und natürlich auch mit empirischen Studien. Hab dazu auch schon einmal etwas in einem meiner Studienseminare erhalten. Wenn es dich interessiert, such ich es gern mal heraus, wie schon einmal erwähnt.

Aber wo liegt hier dein Interesse dieses Gedankengut bezüglich Sprachproblematiken auch im Bezug auf Sexismus anzugreifen?
Also ohne es als unwissenschaftlich zu verschreien, wo genau siehst du Problematiken, wenn sich Menschen hier um zum Beispiel Sprachänderungen bemühen?


____
Hier noch ein kurzer, aber interessanter Text.
In diesem Text wird auch gezeigt das Seximus in der Sprache auch Männer betrifft. Es wird davon berichtet das die Wortwahl unser Denken mitformt. Und hier am Beispiel von Eigenschaften..hören Menschen von ihren Mitmenschen negativ behaftete Wörter zu diversen Eigenschaften, ist es nicht verwunderlich das sie sich in eine andere Richtung bewegen und diverse Eigenschaften meiden. Hier mal der Link:
http://www.brigitte.de/frauen/gesellschaft/sexistische-sprache-1193770/
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Sandkastenzorro
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Alter: 41
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3721
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: Mi März 23, 2016 1:41    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Mich würde interessieren, wo genau setzen die Punkte an, also wo seht ihr die Probleme?


Das Problem liegt nicht in der Verstümmelung der Sprache, sondern schlicht und ergreifend darin, dass man das Spielchen bis Ultima weitertreiben kann und irgendwann an dem Punkt angelangt ist, wo man im Grunde gar nix mehr sagen darf, weil sich irgendwer davon diskriminiert fühlt. Und das, obwohl ich nichts davon diskriminierend meine. Und genau das ist der Witz daran - weil es nichtmal irgendwen interessiert, ob ich etwas NICHT diskriminierend meine - das Wort wird mehr gewichtet, als meine Intention. Und ab da wird es bescheuert. Ist ja nicht so, als würde ich Leute mit Pisskopf ansprechen. (Für mich sind Leute in der persönlichen Anrede eh immer nur "Ey!", völlig egal, welches Geschlecht, und wenn unpersönlich, dann "Ette", "Ipschek" oder "Ömmes")

Für mich hat auch das Wort "Mädchen" keine negative Konnotation. Es ist für mich nichtmal ne Verniedlichung, weil es kein Eigenwort für Mädchen ohne -chen gibt - und damit gehört das -chen mit zum Wort. Ist für mich neutral.
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Maxi




Alter: 38
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.07.2005
Beiträge: 3132
BeitragVerfasst am: Mi März 23, 2016 4:08    Titel: Antworten mit Zitat

Indiga hat folgendes geschrieben:
Wer sich über das Wort Mensch in diesem Satz aufregt hat wohl auch ein Problem.
ICh sehe da kein Problem, schließlich stammt das "man" ja vom Wort "Mensch". Da beide Wörter in dem Fall die gleiche Bedeutung haben, erschließt sich mir der Aufschrei ebenfalls nicht.

Dann stelle ich dem Mädchen aber mal ein weitere Beispiel an Seite:
der Mann - die Männer ... wieder ein schönes Beispiel, das Genus und Sexus keinen eindeutigen Bezug zueinander haben.
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sex doof
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Alice93




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 25.08.2015
Beiträge: 333
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: Mi März 23, 2016 4:45    Titel: Antworten mit Zitat

Um zu erkennen, dass Pronomen und Artikel für sich genommen meistens keinen eindeutigen Rückschluss auf das grammatische Geschlecht eines Wortes zulassen, müssen wir sie im Gesamtzusammenhang des Sprachsystems betrachten, in dem sie nicht nur Genus, sondern außerdem noch Kasus (Fall) und Numerus (Einzahl/Mehrzahl) signalisieren.

Der Artikel der steht für sechs verschiedene Kombinationen:
* MASKULINUM + SINGULAR + NOMINATIV
* FEMININUM + SINGULAR + DATIV
* FEMININUM + SINGULAR + GENITIV
* MASKULINUM + PLURAL + GENITIV
* FEMININUM + PLURAL + GENITIV
* NEUTRUM + PLURAL + GENITIV
Und die Form die steht für acht verschiedene Kombinationen:
* FEMININUM + SINGULAR + NOMINATIV
* FEMININUM + SINGULAR + AKKUSATIV  
* MASKULINUM + PLURAL + NOMINATIV  
* FEMININUM + PLURAL + NOMINATIV  
* NEUTRUM + PLURAL + NOMINATIV
* MASKULINUM + PLURAL + AKKUSATIV  
* FEMININUM + PLURAL + AKKUSATIV 
* NEUTRUM + PLURAL + AKKUSATIV

aus: http://www.sprachlog.de/2013/08/02/warum-der-plural-kein-femininum-ist/
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Indiga





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 69
BeitragVerfasst am: Mi März 23, 2016 8:48    Titel: Antworten mit Zitat

Es geht in der Sprachproblematik nicht nur um "Der Die Das" !
Natürlich ist es dennoch auffällig, das ich, genau so wie Alice in ihrem Beitrag das Maskulinum vorn heran gesetzt haben.
Aber es geht bezüglich Sexismus in unserer Sprache viel weiter.
Und ist eben doch ein stark prägender Faktor.
Studien bezüglich Der Die Das kenne ich keine.
Ich gehe hier gern wieder auf Eigenschaften ein.
Und wie manch einer schon voran geführt hatte, liegt das Problem nicht nur an der Sprache, sondern ist eben auch ein Problem wie Menschen etwas anwenden, wie sie mit ihrem Gegenüber umgehen.
Aber das benutzen bestimmter Wörter fördert bestimmte Lebenswege. Und um vielleicht weniger emotionalen Aufschrei zu provozieren, lassen wir hierbei mal eine Wertung was besser oder schlechter ist weg.

Eigenschaften: Hier gibt es empirische Studien, die gezeigt haben, das für manche Eigenschaften bei Frauen negativere oder positivere Begriffe genutzt werden, als bei Männern, und umgekehrt ist es genau so. Das heisst, ein Mädchen und ein Junge fühlen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit dann stärker kritisiert oder gelobt. Ein Mensch neigt in der Regel dazu "Gut" sein zu wollen. Hier könnte man wiederum mit Philosophie kommen. Aber es gibt auch hier empirische Studien, die zeigen, die Mehrheit der Menschen passt sich lieber dem an, in dem sie Bestätigung finden und weniger dem, wo sie anecken. So entwickeln sich schneller bestimmte Muster, die der Person in einer Gesellschaft eine jeweilige Rolle geben.

Und für Mädchen ist es darum sehr wohl schwerer gewisse dominantere Eigenschaften in sich selbst zu verteidigen. So ist es (aus psychologischer Sicht) durch aus verständlich, das es viele Mädchen gibt, die eher passiv aggressiv sind als aktiv und umgekehrt Jungs eher Probleme mit ihrer Umwelt bekommen, wenn sie stark sensibler Natur sind.

Ein bewusster Umgang mit Sprache und zumindest mehr Möglichkeiten die Sprache anders anzuwenden können also jedem Menschen bei seinem Findungsweg helfen. Und vielen Menschen eine Menge Leid ersparen. Ich war schon immer eher ein dominantes Mädchen. Was hatte das zur Folge? Da wo Jungs in ihren Eigenschaften positiv bestätigt wurden, wurde ich mit Eigenschaftswörtern betitelt die eher negativ behaftet waren. Besonders in der Jugendzeit kam es hier zu Konflikten. Denn ich wollte dazu gehören und musste mich in einer Richtung anpassen, die mich in meinem inneren gar nicht wiederspiegelt. So hab ich nach Honneth verschiedene "Michs" entwickelt, Gesellschaftliche Abbilder, Handlungsweisen, die meinem inneren Ich total entfremdet sind.

Ich wollte eben nicht die Kampflesbe sein, hatte ich doch gar nicht die Neigung zum lesbisch sein. Und nicht die jenige sein, die immer bestimmen will, nur weil ich eine Kämpfernatur war, vergleichbar mit männlichen Freunden nicht anders.

So hab ich heut zu Tage mehr männliche Freunde, weil sie mein Anecken irgendwie sogar noch besser akzeptierten. Wenige weibliche Freundinnen, diese Freundschaften genieße ich sehr, aber habe es da schwer. Aus persönlichen Erfahrungswert. Wo Männer vielleicht stärker von anderen Männern geprägt werden, wie sie zu sein haben, hab ich mich wohl vor allem bezüglich der Meinung anderer Frauen in Bedrängung gefühlt. Denn das war doch das, zu dem ich mich eigentlich zugehörig fühlen wollte.

Das kann soweit gehen das ein Mensch unglücklich mit seinem Körper wird, aus psychologischer sich, aber eigentlich vielleicht gar kein Trans Mensch ist, sondern ein Mensch, der innerlich einen stärkeren Drang hat zu Eigenschaften, die die Gesellschaft für das Geschlecht nicht wirklich verteidigt.

Die Worte sind nur ein Faktor, wie viele hier schon schrieben.
Aber ich als Mädchen hätte mir zumindest gewünscht das es für "das Mädchen" auch einen Begriff gibt, den man anders Nutzen kann. Mir hätte das sehr geholfen. Und ja, wenn bestimmte Änderungen bedeutet für ein Individuum leichter den eigenen Weg zu finden, dann werd ich um sie kämpfen. Und will das nicht als reiner Kampf für mehr Frauenrechte gesehen wissen, sondern als Kampf für Individualisten, Frauen und Männern, das wir zu unseren Eigenschaften leichter stehen können, ob männlich oder weiblich.
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